Tradition seit dem 18. Jahrhundert
Das Reit- und Fahrturnier „Speckreiten“ ist in jedem Jahr am Pfingstmontag einer der Höhepunkte im Veranstaltungskalender der Stadt Röbel/Müritz.
Dieses Jahr begeht es seine 30. Auflage, zumindest in der Zeitrechnung nach der „Wiedergeburt“, denn bereits Ende des 18. Jahrhunderts fand das erste „Speckreiten“, ein Pferderennen über eine Strecke von 1500 m, statt. Das Turnier wurde schon immer am Pfingstmontag ausgetragen und der Sieger erhielt eine Speckseite, die zu damaliger Zeit einen hohen Wert hatte. Traditionen, an denen bis zum heutigen Tag festgehalten wird.
Anfang des 19. Jahrhunderts, zur Franzosenzeit, wurde das „Speckreiten“ verboten und erst 1887 sollte die Tradition wieder aufleben. Ab 1934 gab es kein „Speckreiten“ mehr. Erst mit der Gründung eines neuen Reitervereins in Röbel wurde 1952 das Pferderennen wieder ausgetragen, bevor dann 1958 erneut Schluss war. Der Ponysportverein Röbel/Müritz, 1971 unter dem Namen „Ponyfreunde“ gegründet, fasste zum 1000-jährigen Bestehen von Mecklenburg den Entschluss, diese großartige Reitveranstaltung wieder zu beleben, und dies mit Erfolg.
Das „Speckreiten“ bietet heute spannende und abwechslungsreiche Reiterwettkämpfe wie Tonnenreiten, Flachrennen, Jump & Drive (Springreiten und Fahren), Knock-Out-Springen (Mächtigkeitsspringen) und Hindernisfahren für Zweispänner. Den Auftakt dieses traditionellen Turniers bildet immer das Sulky-Hindernisfahren der Kinder mit ihren Shetland-Ponys. Der Höhepunkt des Nachmittags ist dann das traditionelle Pferderennen „Speckreiten“. Dem Sieger dieses Flachrennens über eine Distanz von 1500 m winkt als Belohnung neben einem Geldpreis auch eine Seite Speck, so wie es die Tradition vorsieht.
1995 – 1. Speckreiten nach dem Neustart – Die Siegerin des Hauptrennens: Alexandra von Heydebreck